Numbun

Über Numbun

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Numbun ist ein logisches Zahlenrätsel, das ein traditionelles Papier-und-Bleistift-Spiel in den Browser bringt. Nach jedem Versuch erfährst du anhand der +/−-Rückmeldung, wie viele Ziffern an der richtigen Stelle stehen und wie viele zwar vorkommen, aber an der falschen Stelle stehen. Verbinde diese Informationen, schließe unmögliche Kombinationen aus und knacke die Geheimzahl mit möglichst wenigen Versuchen. Numbun ist kostenlos, werbefrei und auf Datenschutz ausgelegt.

Informationen zu Kontakt und Datenschutz findest du auf der Datenschutzerklärung.

Ein Spielprinzip, viele Namen

Im Deutschen ist dieses traditionelle Zahlenrätsel als Bullen und Kühe bekannt, im Englischen als Bulls and Cows. Nach den klassischen Regeln bezeichnet ein „Bulle“ eine richtige Ziffer an der richtigen Stelle und eine „Kuh“ eine richtige Ziffer an der falschen Stelle. Gespielt wird traditionell mit Papier und Stift; durch logisches Schlussfolgern wird die gesuchte Zahlenkombination immer weiter eingegrenzt [1].

Dasselbe Grundprinzip ist weltweit unter verschiedenen Namen verbreitet. In chinesischsprachigen Regionen heißt es häufig 1A2B oder 猜數字; dabei kennzeichnet „A“ eine richtige Ziffer an der richtigen Stelle und „B“ eine richtige Ziffer an der falschen Stelle [2]. In Japan sind ähnliche Varianten oft als Hit & Blow bekannt. Dieser Begriff erscheint zusammen mit „Cow & Bull“ auch in früher technischer Dokumentation zum Multics-Spiel MOO [3].

In Korea sind eng verwandte Zahlenrätsel als Number Baseball (숫자야구) bekannt und verwenden Baseballbegriffe wie Strike, Ball und Out für die Rückmeldung. Je nach Region begegnen dir außerdem Namen wie Picas y Fijas auf Spanisch, Taureaux et Vaches auf Französisch, Touros e Vacas auf Portugiesisch, Быки и коровы auf Russisch sowie Numerino und Numerello auf Italienisch. Diese Bezeichnungen müssen nicht auf einen einzigen, eindeutig belegbaren Ursprung zurückgehen; sie stehen für verwandte regionale Varianten desselben Deduktionsprinzips [4].

Eine kurze Geschichte

Der genaue Ursprung dieser Spielfamilie lässt sich schwer bestimmen, weil sie eher einem überlieferten Papier-und-Bleistift-Spiel als einer einzelnen Erfindung ähnelt. Enzyklopädische Darstellungen beschreiben Bullen und Kühe beziehungsweise Bulls and Cows als älter als spätere kommerzielle Brettspiele zur Codeentschlüsselung. In historischen Multics-Notizen weist Jerry Grochow außerdem vorsichtig darauf hin, dass MOO/Bulls and Cows seines Wissens bereits damals ein hundert Jahre altes Spiel war [1] [5].

Die Spuren aus dem Computerzeitalter sind besser dokumentiert. Grochows Beitrag von 1972 in Software: Practice and Experience berichtet, dass MOO in Cambridge bereits beliebt war, als John Larmouth die Idee im Sommer 1970 ans MIT brachte. Daraus entstand eine Multics-Version mit öffentlicher Bestenliste und Tausenden aufgezeichneter Spiele [6]. Ein Eintrag von 1971 in Decuscope zu MOO or BULLS and COWS zeigt, dass dieselben vierstelligen Regeln über die DECUS-Programmaustauschkultur unter PDP- und TSS/8-Nutzern verbreitet wurden [7]. Donald E. Knuth untersuchte später das kommerzielle Farbcode-Brettspiel Master Mind als algorithmisches Strategieproblem und beschrieb eine konstruktive Strategie, die jeden klassischen Master-Mind-Code in höchstens fünf Versuchen ermittelt [8].

Quellen

  1. [1]Wikipedia contributors, “Bulls and cows,” Wikipedia, The Free Encyclopedia. Abgerufen am: 5. Juni 2026. [Online]. Verfügbar unter: https://en.wikipedia.org/wiki/Bulls_and_cows. Archiviert: Internet Archive
  2. [2]C.-L. Liu, “數學、資訊科學與數字遊戲,” 科學月刊, Bd. 32, Nr. 3. Abgerufen am: 5. Juni 2026. [Online]. Verfügbar unter: https://www.cs.nccu.edu.tw/~chaolin/papers/science3203.pdf. Archiviert: Internet Archive
  3. [3]T. Tanaka, “The minimum strategy and the strongest strategy of the number guessing game MOO.” Abgerufen am: 5. Juni 2026. [Online]. Verfügbar unter: https://www.tanaka.ecc.u-tokyo.ac.jp/ktanaka/moo/moo-en.html. Archiviert: Internet Archive
  4. [4]M. Carpignano, “Numerino,” PerGioco.net. Abgerufen am: 5. Juni 2026. [Online]. Verfügbar unter: https://www.pergioco.net/a/numerino.html. Archiviert: Internet Archive
  5. [5]Multicians contributors, “moo,” Multics Glossary -M-. Abgerufen am: 5. Juni 2026. [Online]. Verfügbar unter: https://multicians.org/mgm.html. Archiviert: Internet Archive
  6. [6]J. M. Grochow, “MOO in Multics,” Software: Practice and Experience, Bd. 2, S. 303-308, 1972. Abgerufen am: 5. Juni 2026. [Online]. Verfügbar unter: https://multicians.org/moo-in-multics-1972.pdf. Archiviert: Internet Archive
  7. [7]L. Johnston, “MOO or BULLS and COWS,” Decuscope, Bd. 10, Nr. 1, S. 29, 1971. Abgerufen am: 5. Juni 2026. [Online]. Verfügbar unter: https://www.bitsavers.org/pdf/dec/decus/decuscope/Decuscope_Vol10_1971.pdf. Archiviert: Internet Archive
  8. [8]D. E. Knuth, “The Computer as Master Mind,” Journal of Recreational Mathematics, Bd. 9, Nr. 1, S. 1-6, 1976-1977. Abgerufen am: 5. Juni 2026. [Online]. Verfügbar unter: https://www.cs.uni.edu/~wallingf/teaching/cs3530/resources/knuth-mastermind.pdf. Archiviert: Internet Archive